Integration

Schritt für Schritt zum harmonischen Rudel

Die Integration ("Inti") bzw. Vergesellschaftung (kurz „VG“) von Ratten ist ein wichtiger, aber auch sensibler Prozess. Damit sich neue und bestehende Rudelmitglieder friedlich zusammenfinden, braucht es Geduld, Ruhe und ein gutes Vorgehen. Hier erfährst du, wie du deine Ratten erfolgreich vergesellschaftest und worauf du achten solltest.


Vorbereitung

Bevor du mit der Vergesellschaftung beginnst, sollten alle Ratten gesund, parasitenfrei und gleichgeschlechtlich (bzw. Männchen kastriert) sein.
Wähle einen neutralen Ort, an dem keine der Ratten vorher war – zum Beispiel eine frisch gereinigte Transportbox, eine leere Badewanne oder einen sicheren Auslauf. Auch der spätere Hauptkäfig sollte gründlich gereinigt und neu eingerichtet werden, damit kein Reviergeruch bleibt.


1. Erste Begegnung auf neutralem Boden

Setze alle Ratten gemeinsam auf den neutralen Ort und beobachte ihr Verhalten:

  • Normales Verhalten: Beschnüffeln, Quietschen, kurzes Aufreiten oder leichtes Jagen.

  • Warnzeichen: Beißereien mit Verletzungen, dauerhaftes aggressives Jagen oder aufgeplustertes Drohverhalten.

Wenn alles ruhig bleibt, kannst du die Treffen täglich wiederholen und nach und nach verlängern. So gewöhnen sich die Tiere langsam aneinander.


2. Gemeinsamer Übergangskäfig

Laufen die ersten Begegnungen entspannt ab, zieh mit allen Ratten in einen neutralen, kleinen Käfig, den keine von ihnen kennt.
Richte ihn eher schlicht ein – vermeide Häuschen mit nur einem Eingang, damit sich niemand „verschanzen“ kann.
Mehrere Näpfe und Trinkstellen helfen, Futterneid zu vermeiden.
Wenn die Ratten friedlich miteinander schlafen, sich putzen oder gemeinsam fressen, ist das ein sehr gutes Zeichen.


3. Umzug in den Hauptkäfig

Erst wenn sich alle wirklich akzeptieren, dürfen sie gemeinsam in den neu gestalteten Hauptkäfig einziehen.
Reinige ihn gründlich und baue ihn komplett um, damit keine alten Gerüche oder Revieransprüche bleiben.
In den ersten Tagen nach dem Umzug solltest du weiter beobachten – kleine Rangeleien sind ganz normal und helfen, die Rangordnung zu klären.


Geduld zahlt sich aus

Je nach Charakter und Gruppenkonstellation kann eine Vergesellschaftung nur wenige Tage oder auch mehrere Wochen dauern.
Wichtig ist, dass du den Tieren Zeit gibst und ruhig bleibst – Zwang oder Eile führen selten zum Erfolg.


Tipps für eine stressfreie Vergesellschaftung

  • Setze neue Ratten niemals direkt in den bestehenden Käfig.

  • Kleine Rangeleien sind normal – trenne nur bei Blut oder Panikjagden.

  • Beobachte aufmerksam, aber greif nur ein, wenn es wirklich nötig ist.

  • Geduld, Ruhe und Konsequenz sind der Schlüssel zu einem harmonischen Rudel.